Editorial des Ekels
Ausnahmen bestätigen die Regel. Und manchmal ist es eben doch so, dass die lautesten Fürze am krassesten stinken. Woche für Woche ist es für Freunde des geistesschlichten Cholerikertums eine helle Freude, das Editorial der SportBild zu lesen. Es gibt nichts, das Chefredakteur Pit Gottschalk nicht “hinterfragt”, “anzweifelt” und “in Frage stellt”. Dabei hält er sich stets an das Credo seines Verlages: Fragen werden mit dem Holzhammer formuliert, aber natürlich nicht, um eine Antwort zu erwarten, es sei denn, man liefert sie gleich selbst mit dazu. Es ist natürlich grenzenlos langweilig, die Methoden der “Bild” und “SportBild” zu kritisieren, rennt man damit doch bei Mitmenschen, die noch alle Tassen im Schrank haben, offene Türen ein. Dass sich in diesen Medien die Buchstaben etwas größer und in überschaubarerer Anzahl als im Durchschnitt präsentieren, ist schließlich kein Geheimnis.
Auch in der Anonymen Alkoholikerrunde des DSF, dem “Doppelpass”, trat Gottschalk schon des öfteren als selbstverliebter Gockel auf und bestätigte mit seinen Einwürfen die lange gehegte Vermutung der Fußball-Deutschen: Er hat einfach nicht den blassesten Schimmer vom Fußball. Ein Schicksal, dass er mit der restlichen sportjournalistischen Redaktion des Axel Springer Verlages teilt. Geschenkt.
Neben der Bild-üblichen Paparazzi-Recherche schaut Gottschalk dem Volk auch immer gerne aufs Maul, er macht Stimmungen (aus) und er schürt sie. Früher bot insbesondere die deutsche Nationalmannschaft ein dankbares Feld für derartige Methoden. Genau hier scheint aber nun Gottschalks Problem zu liegen - was genau macht man, wenn es bei Jogi Löws Truppe so unglaublich rund läuft wie derzeit? Heikel, heikel. Aber gut, man denkt einfach sehnsüchtig zurück an Horrorjahre wie 2000 oder 2004, an Niederlagen wie das 1:5 in Rumänien oder das 1:5 gegen England am 1.September 2001. Und man halluziniert sich sogenannte “Baustellen” herbei, textet sich nicht vorhandene Probleme zurecht, stellt in unterschwelliger Manier abstruse Forderungen und macht einfach schlechte Stimmung gegen Leute, die in ihrem Leben schon jetzt mehr erreicht haben als es Gottschalk je tun wird. Beispiel gefällig? Kein Problem, schließlich hat sich Gottschalk seit gestern auf selbst für ihn fantastische Art und Weise selbst ein Armutszeugnis ausgesprochen. Daher möchten wir diesen Zwischenruf mit einem Auszug aus dem dieswöchigen Editorial von Ekel Pit schließen und zitieren daher mit einem lachenden und einem verständnislosen Auge: “Erstaunlich ist, dass die deutsche “B-Elf” unabhängig von ihrer Besetzung Angst und Schrecken verbreitet. Man muss nur das junge Mittelfeld nehmen: Marcell Jansen (21), Roberto Hilbert (22), Thomas Hitzlsperger (25), Bastian Schweinsteiger (23) spielten in Cardiff stark. Angesichts einer in die Jahre gekommenen Stammbesetzung im Mittelfeld mit Spielern wie Michael Ballack (30), Torsten Frings (30), Bernd Schneider (33) stellt sich zwangsläufig die Frage: Wann vollzieht Löw den kompletten Bruch?”
Himmelschreiende Respektlosigkeit gegenüber einem Mittelfeld im besten Fußballer-Alter, das in Europa seinesgleichen sucht und auch noch bei der EM 2008 im Zenit seines Leistungsvermögen stehen wird? Ach, Schmarrn. Wir sagen: Ganz recht, Herr Gottschalk. Sie stellen hier eine Frage, die in der momentanen Situation so nötig ist wie, sagen wir mal, ein Irak-Krieg. Schießen sie weiter scharf! Sie sind ein großer Journalist!
Eine vorausschauende Woche wünscht Ihnen
die pokalo-Redaktion