Spieltag 25- Clownsligen gibt´s woanders

März 12th, 2007

Alan Durban, Ex-Stoke-City-Coach, reagierte einst auf harsche mediale Kritik an der destruktiven, unspektakulären Spielweise seiner Mannschaft mit den legendären Worten: „ Wenn ihr Unterhaltung wollt, geht in den Zirkus und guckt euch Clowns an.“ Gleiches hätte an Spieltag 25 auch von Armin Veh, Mirko Slomka oder Jürgen Röber kommen können. Glänzte Spieltag 24 noch mit Spaßfußball, Direktspiel und einer wahren Torflut, machten die 18 Klubs an diesem Wochenende doch eher durch behäbiges, ungenaues und umständliches Herumgestolper von sich reden. Blasse Unentschieden, trostlose Nullnummern und glanzlose Siege standen symptomatisch für Runde 25 der Meistersachafts-Abstiegs-Kämpfe. Und so bemerkte auch Halil Altintop:“ So viele Fehlpässe wie heute habe ich lange nicht mehr gesehen.“ Innerhalb eines Spieltages wandelte sich die Liga einmal mehr vom Epizentrum bundesweiten Ballspektakels zur groß gehypten, fußball-versprechenden Mogelpackung. Die einzig zuverlässige Konstante der Bundesliga scheint Inkonstanz: Schalke dominiert die Liga über Monate, zog bis auf zwölf Punkte davon, um auf der Schlussgeraden einzuknicken. Bayern München war längst abgeschrieben, wähnte sich fast von Nürnberg eingeholt, ehe sie zum Gegenschlag ausholten, um sich im Endspurt aussichtsreich zu positionieren. Bielefeld spielte sich vor der Winterpause in UEFA-Cup-Regionen, um sich jetzt nach nicht enden wollender Talfahrt auf Abstiegsplatz 17 wiederzufinden.

Und so passt die Zusammenfassung von Spieltag 25 in die wechselhaften Saisonleistungen der Vereine: Anstelle des fußballerrischen Feuerwerks der vorangegangenen Woche, überboten sich die Klubs dieses Mal in statisch-draufholzender Fußballdiletanz. Als hätten die Spieler jene Studien bestätigen wollen, die der Bundesliga gegenüber den Topligen mehr Ballkontakte pro Spielzug und eine höhere Fehlpassquote nachsagen. Dortmund etwa ließ keinen Zweifel daran, dass ihnen jegliche Kunstfertigkeit im Umgang mit dem Ball irgendwo zwischen Nevio Scala und Jürgen Röber abhanden gekommen ist. Mit einer Abwehr, die ihres Namens nicht würdig war; einem Mittelfeld, dessen Taktik scheinbar abgefälschte anstatt Direktpässe vorsah und einem Sturm, dessen Harmlosigkeit sogar Namen wie Tanko oder Booth in den Schatten stellt, schaffte die Borussia ihre sechste Niederlage im achten Rückrundenspiel. Dazu Roman Weidenfeller: „Wir müssen schauen, dass wir die Sache vielleicht jetzt anpacken.“ Richtig: Wenn sich eine Mannschaft einen Punkt vor Liga 2 befindet, sollte sie vielleicht schauen, dass sie die Sache anpackt. Aber vorher sollte noch mal darüber gesprochen werden. Denn eventuell macht es ja auch Sinn, erst anzupacken, wenn man richtig tief drin steckt im Abstiegskampf. Schließlich hat die andere Borussia aus Mönchengladbach nicht viel länger gewartet. Aber nach dem 3:1 gegen strauchelnde Berliner besteht auch wieder bei den totgesagten Gladbachern ein dezentes Fünkchen Hoffnung.

Weniger desolat als in den anderen Spielen ging es München zu. Mit Torchancen für die nächsten drei Spiele zusammen wirbelte Bayern die Bremer an die Wand. Doch Bremens über Frings vorgetragener Konter saß: Endstand 1:1. In Spanien endete das Spitzenspiel zwischen Barcelona und Madrid mit 3:3. Clownsligen gibt´s eben woanders – zumindest, was diesen Spieltag angeht.  

Autor: Daniel Wehner

Spieltag 24 - Leergefegtes Niemandsland

März 12th, 2007

Bereits zehn Spieltage vor Saisonfrist kommt es im Kampf um Meisterschaft, UEFA-Cup und Klassenerhalt zum offenen Schlagabtausch. Kein Taktieren, Ergebnishalten und schon gar kein Minimalismus. Am 24. Spieltag endete keine Partie mit einer Punkteteilung. Im dichten Tabellengewirr spielten sämtliche 18 Bundesligaklubs auf Sieg – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Denn die eigene Tabellenposition durch Unentschieden zu festigen, ging in der Vergangenheit selten gut, nach Einführung der Drei-Punkte-Regel noch seltener, und in dieser Saison ist es nahezu vollends vergeblich. Zwischen Platz 9 und Platz 16 liegen zwei Punkte, womit sogar Dortmund akut abstiegsbedroht ist. Um Platz fünf duellieren sich Nürnberg, Berlin, Leverkusen und Hannover. Und an der Spitze ist mit dem Wiedereinstieg der Bayern ins Meisterschaftsrennen ein spannungsgeladener Vierkampf entstanden, der gleich kommende Woche mit seinem vorläufigen Höhepunkt aufwartet (Bayern München – Werder Bremen). Ergo kann sich keiner der 18 Bundesligisten einen Punktverlust leisten, nicht einmal das viel zitierte Niemandsland der Liga. Denn die Grauzone im Mittelfeld der Tabelle, in der weder nach unten noch nach oben Positionsverschiebungen realistisch scheinen, und die Vorbereitung auf die nächste Spielzeit Priorität besitzt, ist dieses Jahr nicht existent. So steht für jeden einzelnen Klub im Oberhaus der deutschen Fußballliga viel auf dem Spiel. Schalke 04 etwa schwächelt mit nunmehr drei Spielen ohne Sieg und läuft Gefahr, die erste Meisterschaft seit 1958 zu verspielen. Der HSV dagegen hat sich mit vier Siegen in Folge aus der Krise gespielt, verbucht er doch mit 14 Rückrundenzählern bereits einen mehr als in der gesamten Hinrunde. Auch der FC Bayern scheint sich gefangen zu haben. Angesichts der schnöden Perspektive, künftig im „Cup der Verlierer“ gegen Malmö FF oder den SV Mattersburg zu spielen, könnte einer der Gründe für den neuen Elan im Bayern-Spiel sein. Ein weitaus greifbareres Argument: Lukas Podolski. Mit drei Scorer Punkten (zwei Vorlagen und ein Tor) avancierte er zum Matchwinner. Dabei führt er seine wiedergewonnene Form aus Zeiten des Sommermärchens auf das Vertrauen von Ottmar Hitzfeld zurück: „Nach dem ersten Spiel habe ich dem Trainer gesagt, dass ich ein paar Spiele brauche. Ich denke, dass ich ihm das Vertrauen zurückgezahlt habe.“
Im Zuge der Zufriedenheit darüber, im Olympiastadion nicht noch in den Schlussminuten den Ausgleich gefangen zu haben, wagte Hasan Salihamidzic im bekannten Bayern-Terminus noch gleich eine Kampfansage: „Ich habe es immer gesagt. Auch als Schalke schon 12 Punkte weg war. Mit uns ist immer noch zu rechnen.“ Und wie man die Bayern der vergangenen Jahre kennt, könnte er da Recht haben – vorausgesetzt die Münchener bestätigen gegen Madrid und Bremen ihre ansteigende Form durch Zählbares

Autor:Daniel Wehner

Wörns der Woche - 23.Spieltag: Nelson Valdez (Borussia Dortmund)

Februar 27th, 2007

Nelson Valdez ist am Tiefpunkt angelangt. Seiner bisherigen Saisongesamtausbeute von null (0!!!) Toren fügte er bei der Dortmunder 2:4-Pleite in Hannover eine in ihrer peinlichen Überflüssigkeit schwer zu übertreffende Gelb-Rote Karte hinzu. Der Stürmer, in dessen Verpflichtung die Vereinsoberen des ständig strauchelnden Ruhrpott-Riesen so große Hoffnung gesetzt hatten, befindet sich in einer offensichtlich unaufhaltsamen Abwärtsspirale. Wirkte es zu seinen Bremer Zeiten hinter Klose und Klasnic noch so, als könne sich Valdez in jeder anderen Mannschaft der Liga einen Stammplatz erkämpfen, legt der paraguayische Nationalstürmer inzwischen eine beinahe selbstzerstörerische Verzweiflung an den Tag.

Am Wochenende handelte sich Valdez aufgrund eines aggressiven Disputs mit Hanno Ballitsch zunächst eine gelbe Karte ein, bevor er bald darauf Vahid Hashemian im eigenen Strafraum unbeholfen umriss und Hannover mit dem fälligen Elfmeter zur 1:0-Führung auf die Siegerstraße brachte. Bereits hier hätte Schiedsrichter Herbert Fandel ihn des Feldes verweisen können, Minuten später kam er dann endgültig nicht mehr umhin: Nach einem verlorenen Zweikampf an der hannoverschen Torauslinie, der statt zur erhofften Ecke zum Abstoß führte, drosch Valdez den Ball wutentbrannt gen Tribüne. Es war ein bezeichnender Abgang für den Südamerikaner, dessen weitere Karriere dank des unruhigen Dortmunder Umfeldes nicht mehr ungefährdet zu sein scheint.

 

Tim Sohr

 

 

Der bittere Schalker Beigeschmack

Februar 27th, 2007

Irgendwie hat man es doch geahnt. 13 Bundesligaspiele hatte der FC Schalke 04 seit dem 29.10.2006 absolviert, und kein einziges hatten die „Königsblauen“ verloren. Und irgendwie war es dem objektiven Betrachter doch nie ganz geheuer, diese demonstrative Ruhe und Souveränität, welche die Schalker Spieler und Vereinsoberen in den letzten Wochen demonstrierten, immer in der Gewissheit, dass ALLES perfekt für sie läuft und scheinbar auch jeder Konkurrent ihnen in die Karten spielt. Was wohl passieren mag, wenn der erste Rückschlag seit Monaten folgen würde, war man geneigt, hinter vorgehaltener Hand zu munkeln. Denn: Natürlich spielte Schalke, insbesondere in den letzten Wochen, in einer eigenen Liga, mit breiter Brust, feiner Technik, taktischer Sicherheit und nötiger Kaltschnäuzigkeit wurden die Punkte mit schlafwandlerischer Konsequenz eingefahren und der stagnierende Konkurrent Bremen auf immer größere Distanz gehalten. Aber: Es ist immer noch derselbe Kader, der in der ersten UEFA-Pokal-Runde so kläglich an Nancy scheiterte. Und es sind dieselben Spieler, die aufgrund eingebildeter unfairer Behandlung einen monatelangen, unsäglichen Presseboykott durchzogen. Es ist dasselbe Team, das den verdienten Frank Rost aufgrund eines eskalierenden Machtkampfes mit Kapitän Marcelo Bordon unverhohlen ausbootete. Und diese Truppe hat denselben Trainer, der in der vergangenen Saison blitzschnell den vakanten Posten seines geschassten Ex-Cheftrainers Ralf Rangnick übernahm. Es war ein zweifelhaftes Schmierentheater, aus dem Mirko Slomka als Sieger hervorging, und sein ehemaliger bester Freund beleidigt in der Öffentlichkeit über die Hinterhältigkeit seines ehemaligen Gehilfen schimpfte. Slomka hingegen salbaderte noch vor wenigen Wochen in der SportBild, wie sehr es ihn belaste, in Rangnick, einen so guten Freund verloren zu haben und dass ihm sogar dessen Familie fehle. Es hatte die Glaubwürdigkeit von Donald Rumsfeld vor dem UN-Sicherheitsrat, und in jedem „Tatort“ wäre Slomka aufgrund jenes Interviews sofort der Hauptverdächtige gewesen. Zieht man auch noch die „Maulwurf“-Affäre um Gerald Asamoah kurz vor dessen schwerer Verletzung hinzu, so gewinnt man schnell den Eindruck, dass der Grat zwischen menschlicher Größe und grotesker Seifenoper nirgendwo in Fußballdeutschland so schmal ist wie in Gelsenkirchen. Das ist nicht neu, lässt sich jedoch offensichtlich sogar in der Aussicht auf größtmöglichen Erfolg nicht völlig verbergen. Auf Schalke bleibt immer ein bitterer Beigeschmack.Denn wahrer Charakter kommt vor allen Dingen in Krisenzeiten zum Ausdruck. Und obwohl Schalke am letzten Wochenende trotz einer 2:0-Führung in Wolfsburg nur ein Remis erreichte, und obwohl ein Dutzend Chancen gegen Bayer Leverkusen die 0:1-Heimpleite nicht verhindern konnten, wäre es aufgrund vier Punkten Vorsprung auf Verfolger Stuttgart und weiterhin glückloser Bremer doch äußerst hanebüchen, von einer Krise zu reden. Aber entscheidend sind auf Schalke auch nicht die harten Fakten, es ist vielmehr das labile Gemüt der Spieler, das nach der Niederlage am Sonntag für die bezeichnenden Szenen des Wochenendes sorgte. Lincoln rastete aus, wie einst im Ligapokal, und es zählt nicht, wer von wem provoziert wurde, als er Bernd Schneider ins Gesicht langte, denn Lincoln ist Wiederholungstäter und so droht ihm pünktlich zur entscheidenden Saisonphase eine lange Sperre. Dass sich im Anschluss in den Katakomben auch noch Zlatan Bajramovic vor laufenden TV-Kameras ein peinliches Wortgefecht mit Schneider lieferte, passt ins Bild. Man wird einfach das Gefühl nicht los, dass der FC Schalke 04 eine Mannschaft aus unreifen Söldnern ist, die zwar zu einem großen Teil über alle Maßen begabt, aber charakterlich selten auf der Höhe des Geschehens sind. Es ist kein Zufall, dass Hamit Altintop nach dieser Saison nach München geht. Er ist mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden, aber er spielt in der Mannschaft mit den mit Abstand besten Titelaussichten, er könnte an einer Ära mitbauen und – im Gegensatz zum FC Bayern – in der nächsten Saison mit Sicherheit in der Champions League spielen. Er könnte versuchen, sich seinen Platz im Team zu erkämpfen. Aber er geht. Weil er zu bequem ist? Oder weil es aussichtslos ist? Und was wäre überhaupt weniger peinlich für Schalke? Es liegt nun an der Konkurrenz, dem FC Schalke zu beweisen, dass es neben der sportlichen Klasse auch charakterlicher Größe bedarf, um nach 34 Spieltagen ganz oben zu stehen. Die Frage bleibt, ob die anderen Teams zu diesem Zweck noch aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen, oder ob sich die Schalker mit der ihnen eigenen „totalen Dominanz“ am Ende gar völlig selbstständig zerfleischen. Ganz ohne fremdes Einwirken…

„Und du willst Brasilianer sein?“ So soll Bernd Schneider (im WM-Finale 2002 spielte er – wie allseits bekannt – selbst „brasilianischer als die Brasilianer) Lincoln nach dem Schlusspfiff provoziert haben. Vielleicht hätte er ihn eher fragen sollen: „Und du willst Deutscher Meister werden?“

 

Tim Sohr

VL-CL: Bayern München - Real Madrid 4:2 (2:1)

Februar 25th, 2007

“Die Bayern sind weiter! In einem an Spannung kaum zu überbietenden Spiel setzt sich der deutsche Rekordmeister gegen jederzeit gefährliche Madrilenen durch.”
So oder so ähnlich könnte die Überschrift lauten. In Zeiten von Virtual Life, Second World und anderer realitätsferner Parallelgesellschaften, in denen sich Leute neue Identitäten schaffen, fiktive Markenschuhe beim fiktiven Händler kaufen und eine nie trocken werdende Baguettestange unterm Arm tragen, um so die wirkliche Welt zu verlassen und in Sphären unwirklicher Wirklichkeiten zu treiben - als ob das nicht auch ohne Computertechnologie ginge - wurde es Zeit, einmal die Fußball-Realität hinter sich zu lassen, Fernseher und Konsole anzuschmeißen und die Zukunft zu vergegenwärtigen: Auf die Couch gesetzt, Controller zur Hand, Männer, und auf geht’s ins Rückspiel des Achtelfinals zwischen FC Bayern München und Real Madrid CF.
Die Ausgangssituation ist allen drei Anwesenden bewusst. Es geht um alles, den deutschen Vereinsfußball, die internationale Rettung des Rekordmeisters und darum, aus einem 2:3 ein Weiterkommen zu erspielen. Die Aufstellung in der Real (englisch, nicht spanisch) World von links nach rechts: Daniel Wehner, Henning Hildebrandt, Tim Sohr. Im Virtual Life: Kahn, Lucio, van Buyten, Sagnol, Lahm, Demichelis, Salihamidzic, Schweinsteiger, van Bommel, Podolski, Makaay (klingt realistisch). Der Gegner: Das weiße Ballett, die Königlichen.

Das Spiel:
Bereits nach wenigen Minuten die erste Chance für die Bayern, doch der Ball von Schweinsteiger verfehlt das Tor knapp. In Minute 24 ist es soweit: Makaay setzt sich nach einer Ecke von Salihamidzic durch, legt per Kopf den Ball vor die Füße von van Bommel, der aus kurzer Distanz den Ball an Casillas ins Tor schiebt. Im Gegenzug jedoch lässt Emerson die Abwehrschwäche der Münchner erkennen und setzt sich gegen zwei Bayern durch und schießt den Ball aus 16 Metern rechts oben in den Winkel - 1:1. Die Bayern stürmen weiter nach vorn. Nach schönem Flankenlauf von Schweinsteiger, köpft Makaay zum 2:1 ein. In Halbzeit zwei erzielt Makaay gar das 3:1. Wieder nach einer Standardsituation und wieder per Kopf (59’). Doch das Gefühl des sicheren Weiterkommens erstickt Beckham nur fünf Minuten später nach einem schönen Steilpass von Emerson, der im Hinspiel noch gefehlt hatte. Bis zur Endphase sieht es nach einer Verlängerung in der Allianzarena aus. Die Bayern bemüht, jedoch stets die Gefahr realisierend, bei einem erneuten Gegentreffer ein Weiterkommen zur Fiktion werden zu lassen. Minute 81: Schweinsteiger setzt sich nach feinem Übersteiger links durch, flankt präzise in die Mitte und van Bommel trifft per Kopf zum 4:2. Nach zehn Minuten Zittern ist das Spiel vorbei. Bayern gewinnt mit zwei Toren Vorsprung und steht im Viertelfinale der CL - der virtuellen.

Geschafft. Beruhigt und zufrieden lehnt man sich auf dem Sofa zurück, zündet sich die Siegerzigarette an und lächelt süffisant in die Runde. Schöne - fiktive - Welt. Aber völlig für’n Arsch, wenn’s nicht auch am 7. März in der Allianz-Arena für alle greifbar-wirklich ähnlich läuft!
- “Also, Freunde, Morgenabend ‘n Bierchen trinken inner Kneipe?”
- “Klar. Inner Stadt? Oder bei der hundekopftragenden Alten von drüben?”
- “Fiktives Bierchen bei fiktivem Fußball? Jetzt reicht’s!”
- “Hast recht. Es reicht. Schöne Schuhe übrigens.”
- “Danke. Hab ich mir gestern gekauft. Und für den Rucksack geben sie mir sogar noch Geld.”
- “Is’ klar.”

Henning Hildebrandt

Miro Klose - Fußballgott!

Februar 21st, 2007
Da sitz ich mit meinen beiden pokalo.de-Redaktionskollegen Tim und Daniel bei einem gemütlichen Bierchen in irgendeiner Kneipe in Düsseldorf zusammen und sage irgendeinen Satz nach irgendeinem Pils zwischen fünf und zehn und schon geht eine heiß geführte Diskussion los, die ich bei diesem Thema aber mal überhaupt nicht erwartet habe. Irgendwie kam es dazu, dass die Stürmer dieser Welt zum Gesprächsthema zwischen allen sonstigen interessanten Geschichten, die das Leben nun mal so schreibt, wurden und ich sage völlig selbstverständlich: “Also für mich gehört Miro Klose - Fußballgott (so heißt er nun mal) zu den fünf (tief stapeln, hohe Zustimmung ernten, denke ich) besten Stürmern der Welt.” Und schon wieder am Bier nippend, denn nickende Köpfe brauchen keine weitere Überzeugungsarbeit, vernehme ich ein entschiedenes “Nein.” zu meiner rechten. “Auf keinen Fall”, schallt es weiter in mein Ohr und ich stelle meinen Krug zurück auf die Holztheke. Drehe mich zur Seite, um zu sehen, welcher unweise und ungeladene Gesprächsgast sich dazugemischt haben könnte, doch blicke ich nur in das mir bekannte Gesicht des Herrn Daniel Wehner. Völlig erstaunt, ob dieses wohl ungewollten Missverständnisses überlege ich kurz, ob ich mich versprochen und aus Versehen “Mike Hanke - Fußballgott” gesagt haben könnte. Doch da sprichts von links schon über den Thresen “Klar, Wehner, gehört der Klose…”, “Ähm, Tim, Fußballgott”, ergänze ich schnell, “Danke, Henning. Ich mein, genau, Fußballgott, zu den besten fünf der Welt.” “Auf gar keinen Fall”, gibt er von rechts aber nicht nach. Zwei zu eins, denke ich, klarer Sieg, da fügt Tim von links hinzu: “Dann nenn mal deine fünf, Daniel.” “Drogba (o.k. hätte ich auch gesagt), Henry (stimmt auch), Luca Toni (na, Moment mal), van Niestelroj (naja, das war mal) und (ja?), äh, Raùl (unfassbar!).”, zählt er auf und lächelt zufrieden in sein Bier. Man könne natürlich einiges erwidern, sind Tim und ich uns einig, BL-Torschützenkönig, meiste Vorlagen, Traumtore, große WM, tolle Technik, Kopfballstärke und noch einiges mehr, was auch in Diffarmierungen der anderen ufern würde, aber es steht ja schon 2:1, denke ich weiter ins Glas blickend, und daher: “Prost, Wehner. Prost, Tim. Ich bestell’ dann mal ‘n Neues.” 

Henning Hildebrandt

Februar 21st, 2007

Pointen-Wehner und das Werder-Spiel

Februar 21st, 2007
Eigentlich sollte es ein entspannter Redaktionsabend werden. Mit ein paar Bier wollten Henning, Tim und ich ein weiteres - auf europäischer Ebene längst überfälliges - Weserwunder begießen. Und dann das: Zunächst saugte sich meine Burger-Tüte auf dem Weg von MC Donalds zu unserer bevorzugten Stammkneipe (an dieser Stelle will das Fattys ewähnt sein) so mit Regenwasser voll, dass ich anschließend einen Cheesburger-Pommes-Tüten-MC Flurry in Händen hielt. Und dann kam das Spiel der Spiele, der Knaller des Jahres, der Wendepunkt deutscher Mittelmäßigkeit auf internationalem Parkett - so zumindest die Erwartungen. Was es tatsächlich zu sehen gab, war ein Spiel, das vom Anpfiff an entschieden war. Barcelona schien übermächtig, weltklasse, wahrlich galaktisch. Bremen schied in uns allen bekannter Weise aus… Das war´s: Ende, Aus, Abend gelaufen… Auch mein Versuch den Restabend mit großartigen Schenkelklopfern zu retten, lief ins Leere. Auf den Abpfiff folgend, probierte ich es zum Beispiel mit einem “erst dachte ich, dass Klose heute krankheitsbedingt ausfällt!”. Es schien zu funktionieren, ich erntete ein aufmerksames “Warum?”. Und dann kam die größte aller Pointen: “Naja, wenn Klose doch immer nur im Sturm spielt.” Mein erwartungsvoller Blick erhaschte noch schnell ein paar abgrundtief schockierte Gesichter, bevor mir klar wurde, dass der Abend spätestens ab hier für mich gelaufen war. Also Jacke an, Geld auf´n Tisch und Beine in die Hand, denn so gut schien die Pointe doch nicht. Aber das nächste Bremen-Spiel kommt bestimmt…

Bis dahin, Daniel Wehner

Rummenige kündigt Kracher an

Februar 21st, 2007

In einem Interview mit der “Bild”-Zeitung ließ der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, verlauten: “Falls einer im Rahmen von 30 Millionen Euro plus Gehalt auf dem Markt ist, sind wir bereit, einen Kracher zu holen. Der Aufsichtsrat ist informiert.” Geplant ist der Transfer für den kommenden Sommer. Wen würdet ihr in der Bundesliga gerne sehen wollen?

Saisonstart

Februar 21st, 2007

Willkommen im offiziellen Pokalo.de-Blog. Leider startet der Pokalo.de-Blog mit leichter Verzögerung in die Saison, aber das kennt ihr ja bereits aus anderen Ligen. ím Pokalo.de-Blog könnt ihr unsere Artikel verbal in Grund und Boden stampfen, über den grünen Klee loben oder einfach nur Anregungen zum Wörns der Woche loswerden. Natürlich sind auch Beiträge zu Gabor Királys Jogginghose, Jogi Löws 4-4-2 und Miro Kloses Torgarantie erwünscht. Viel Spaß beim Schwadronieren…

Eure Pokalo.de-Redaktion